Förderung der Forschung zur Empfindungsfähigkeit

Motivation

Größe des Problems
Es macht Sinn, dass gleiche Interessen auch gleich zählen; dass Leid gleich Leid ist, egal wer leidet. Warum sollte es eine Rolle spielen, ob ein Wesen zwei, drei oder vier Beine hat, etc.? Das kann man auf alle theoretisch denkbaren Wesen ausweiten. Warum sollte es einen Unterschied machen, ob die der Empfindungsfähigkeit unterliegenden Prozesse auf einem Siliziumchip ablaufen, oder wie bei biologischen Lebewesen auf Kohlenstoffbasis? Kohlenstoff und Silizium sind im Periodensystem benachbarte Elemente, mit wichtigen chemischen Ähnlichkeiten. Aktuell fehlt uns das nötige Wissen, um Empfindungsfähigkeit genau einzugrenzen. Aber genau dieses Wissen ist von grundlegender Bedeutung um faire und altruistische ethische Entscheidungen zu treffen, auf individueller und politischer Ebene. Forschung in diesem Bereich kann beeinflussen, welcher moralische Status einer ganzen Spezies, also unter Umständen Milliarden von Lebewesen, zugebilligt wird.

Schwierigkeit des Problems
Die Förderung von Forschung auf einem Gebiet ist immer mit Unsicherheit behaftet. Derzeit können wir nicht einschätzen wie groß diese ist. Angesichts der Wichtigkeit des Problems halten wir es aber für sinnvoll, Kontakt mit Experten auf verschiedenen Gebieten aufzunehmen um zumindest eine sehr grobe Abschätzung der Schwierigkeit machen zu können.

Wird das Problem vernachlässigt?
Der Neurophilosoph Thomas Metzinger, der die empirische Forschung hinsichtlich Bewusstsein und Empfindungsfähigkeit genau verfolgt, ist der Ansicht, dass die Wissenschaft im Bezug auf Empfindungsfähigkeit einen blinden Fleck hat. Der Fokus liegt fast ausschließlich auf der Kognition.

Kurzfristiges Ziel

Wir wollen herausfinden, wie viel Potenzial die Förderung der Forschung zu Empfindungsfähigkeit hat. Dazu wollen wir uns zunächst selbst in die relevanten Themengebiete einarbeiten und uns mit relevanten Experten/innen austauschen. Die Organisation eines Wochenendworkshops vereint diese beiden Aspekte. Ein indirekter Nutzen besteht in der Vernetzung der Gruppe mit dem Jungforschernetzwerk, welches als Kooperationspartner gewonnen werden konnte, sowie der Aneignung wichtiger Kompetenzen (wissenschaftliche Recherche, Veranstaltungsorganisation) die für andere Probleme von nutzen sein werden.

(Potenzielles) langfristiges Ziel

Förderung der Forschung zu den Voraussetzungen von Empfindungsfähigkeit, durch das Verfassen von Anträgen für Sachbeihilfe (research grants), die Unterstützung von jungen Wissenschaftlern/innen und Studierenden, die sich mit dem Thema im Rahmen von Projekttutorien, Seminar- oder Abschlussarbeiten befassen wollen sowie die Bereitstellung von Plattformen zur Vernetzung der Forschenden (Symposien, Vereine, etc. )

Workshopwochenende vom 7. bis 9. Juli in Potsdam: „Freude und Leid – Was macht empfindungsfähig?“

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